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Lappland – 33

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Die Nacht war nicht so kalt wie erwartet. Dies lag vor allem am ausbleiben des Windes und das wilde Rauschen des Mühlenbaches tat wohl sein übriges. Frisch und munter rein in den Sattel.

Quer durch wunderbarste Landschaften, über seichte Hügel und mit witzigen Rentiersichtungen kamen wir nach einiger Zeit nach Sonkamuatka. Hier füllten wir unsere Vorräte mit allerlei verrückter finnischer Sachen. Der Einkauf glich eher einem Blindflug, da es einfach nicht zu verstehen ist, was hier was ist. Die Sprache erschließt sich einem einfach nicht.
Auch nicht dem Schweizer Thomas, welcher hier seit 6 jahren lebt und seit 3 jahren hier eine Konditorei betreibt und uns mit einem hervorragenden Stück Sachertorte erfreute, hat noch immer so seine Probleme. Die Worte lassen sich einfach nicht herleiten. Aber einfach zu lesen ist es wohl. Einfach wirklich jeden Buchstaben aussprechen, keiner wird verschluckt.

Beispiel: „huoltorakennuksesta“ das Servicehaus. Ist doch klar.

Er räumte auch mit ein paar Klischees auf. Dass es im Winter hier Stock finster und kein vorwärts kommen sei vor lauter Schnee ist Unsinn. So 2 Stunden Sonne gibt es schon noch und eine ewig lange Dämmerung. Das reiche meint er und er genießt die Abgeschiedenheit und ruhe hier in Lappland. – 35 grad werden es hier aber schon. Hier gibt es fast mehr Rentiere als Menschen und die Natur ist umwerfend schön.
Verrückt ist, dass die Menschen hier oben 2 mal im Jahr die Rentiere aus dem ganzen Gebiet zusammentreiben, sortieren, zählen und dann wieder laufen lassen. Das muss schon ein wahnsinniges Schauspiel sein! Ein Rentierrudel haben wir noch nicht gesehen aber auf 8 sind wir insgesamt schon gekommen.

Gut gestärkt ging es weiter. Weit ist es nicht mehr bis nach Norwegen, eine Nacht wollten wir aber noch auf finnischem Boden verbringen. Das stellte sich mal wieder als nicht ganz so simpel heraus wie es klingt. Die netten Plätze am den Seen waren schon belegt und wir wollten hier die ruhe nicht stören. Ein Topf mit Nudeln sollte schon noch sein und unser kleines Raketentriebwerk macht schon nen ordentlichen Krach. Vor allem nachts um 11 dann nicht mehr jedermanns Sache.

So schafften wir mal wieder bei einer Nachtfahrt im hellen einige Kilometer dichter ans Ziel. Komisch, dass auf dem Campingplatz auf dem wir nun sind um 12 uhr keiner mehr an der Rerzeption war… das die Finnen hier aber auch in einer anderen Zeitzone leben müssen. Morgen in Norwegen ist ja dann wieder alles gut mit der Zeit.

Weit ist es nicht mehr das Nordkapp. Dem „Ende der Welt“. Wir sollten anfangen uns zu überlegen, wie es dann weiter geht.

Achja! Die 3000km Marke haben wir heute auch geknackt!

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2 Comments on “Lappland – 33

  1. Gerade hat das „Race across America“ begonnen. Die Strecke von California bis Maryland (insgesamt 4800 Kilometer) muss man in 12 Tagen schaffen, d. h. rund 460 Kilometer täglich strampeln.
    Gut, dass Ihr für Eure Europatour mehr Tage eingeplant habt. So habt Ihr noch Augen für die Landschaft, seht Rentiere auf der Strecke und habt Zeit für ein Stück Sachertorte.

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