Stockfisch – 47

Es hat schon etwas ursprüngliches wie die Fische kopfüber auf einem Stock neben dem Feuer stehen. Fische, welche wir selber gefangen haben über Feuer, welches wir ohne Feuerzeug und Streichhölzer entzündet und mit Kartoffeln in Aluminiumfolie umrundet haben. Es wird ein festliches Nachtmahl.

Der Morgen begann rasant nach einer eMail. So schnell waren wir wohl noch nie aus den Zelten und freuten uns erst einmal eine Runde. Mit Kaffee gestärkt und einem guten Porridge im Magen (ich verwende hier mal die hippere Bezeichnung für Haferschleim, da meine Schwester es komisch findet, dass ich immer Schleim esse) ging es auf die Räder. Nach den herrlich entspannten letzten beiden Tagen hatten wir dies wieder so vor. Wer weiß, wie lang das die Sonne noch unser Begleiter hier auf dem Außenposten Norwegen ist.

Häufig gehört haben wir von kapitalen Fängen an Fähranlegern. Die 3 kleinen Fischchen gestern waren süß aber wer uns kennt weiß, süß ist nicht die zutreffende Beschreibung für uns! So wie wir aussehen trifft die Bezeichnung Waldschrat es ganz gut. Unser Weg führte uns durch Svolvær, wo wir die Vorräte hamstern und an der Fähre unser Glück versuchen wollen. Hamstern klappte super und das Angeln ganz gut. Zwar kein Mörder Fang aber die Fische werden größer.

Anmerkung:
Mit familiär bedingter Unbegabung was das Thema angeln angeht ist es erstaunlich, dass ich hier in Norwegen die erste Fänge mache. Das Wasser ist hier so gefüllt mit Fischen, dass selbst ein Zickert zum Angler verkommt. Dies soll aber unseren Ertrag nicht schmälern, nur zeigen, dass jeder hier auf den Lofoten etwas fangen kann.

Mit einem Fisch im Gepäck zogen wir weiter. Leider ist das Straßennetz hier nicht so feinmaschig und wir mussten ein großes Stück Hauptstraße fahren. Diese sind sehr voll und aufgrund des Kurvenreichtums sehr unübersichtlich. Aber wir haben uns die Gefahren überlebt und es ist trotz allem unglaublich schön hier. Hinter jeder Ecke sieht es anders aus und jede Bucht hat ihr eigenes Gesicht. Mal ein dichter Wald, dann grüne Wiesen mit Schafen. Wir sind führen vorbei an steilen Felsklippen und weißen Sandstränden. Und dass alles ohne viel Steigung und Anstrengung. Die Straßen verlaufen immer in den Tälern und sollte mal ein Berg im weg sein, so wird der getunnelt.

Auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen und so musste mindestens noch ein weiterer Fisch angelabert werden. Schon als die nächste Brücke in Sicht war waren wir uns einig. Also angeln raus und rein mit den Twistern, Wobblern, Blinkern und Spinnern. Zack war der erste versenkt. Und Zack der nächste. Aber schnell hatte max einen Biss und zog wieder einen Mini Steinbeißer aus dem Fjord. Ich glaube ja, wir angeln mit zu kleinem Gerät…
Nach einiger Zeit zog ich dann noch eine Fisch Aus dem Wasser und max nach 4 weiteren Steinbeißerchen und 2 Schollen auch noch einen davon.

Mittlerweile war es schon wieder zeit ein Nachtlager zu suchen. Selbstredend war Feuerholz heute die wichtigste Voraussetzung, damit uns ein Plätzchen überzeugen kann. Aber wie eingangs schon erwähnt wechselt das Aussehen der Inselgruppe alle paar Meter. Wir merkten gar nicht, dass wir schnell in Waldlose, dicht besiedelte Gefilde radelten. Mist… das war es dann wieder mit einem frühen Schlaf. Es war einfach kein Platz zu finden während wir in die Abendsonne fuhren. Aber wir brachen mal wieder mit dem Lodderleben der vergangenen Tage und kamen richtig herum. Die Menschen, die wir unterwegs trafen, meinten aber auch schon, dass es das mit der Sonne gewesen sein soll. Der Boden könne nach 2 tagen Sonnenschein mal wieder etwas Wasser vertragen.

Nach vielen weiteren Kilometern fanden wir dann auch Holz und einen geeigneten Untergrund für die Zelte. Das Holz war sogar schon vorgesägt und schön trocken. Perfekt also für ein mitternächtliches Lagerfeuer und unseren Fischen am Stock und Kartoffeln und Pilzen als Beilage. Der große Einkauf Vormittags hatte sich gelohnt und als es langsam wieder heller wurde konnten wir dann das Nachtlager errichten und schlafen. Max hatte nicht so ein Glück mit seinem Platz. Ein dicker Stein drückt ihm ins Kreuz. Aber uns war ja auch das Lagerfeuer wichtiger als der Schlafkompfort und die Fische haben waren einfach zu köstlich.

 

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