Die Lofoten – 45

Wurden wir gestern noch von Regenwolken und Wind auf den Lofoten begrüßt, so zeigen sie sich heute von ihrer gänzlich anderen Seite.

Geweckt von den ersten Sonnenstrahlen ging es erst einmal auf den Steg vorm Zelt. Was für ein gigantischer Ausblick! Die Küste ist gesäumt von steilen Felsen und das Wasser so hellblau und der Strand so weiß,  wie man sich die perfekte Südseeinsel vorstellt. Nur eben mit Bergen. Auf den Berggipfeln liegt noch Schnee und der Wegesrand ist geschmückt mit hohem Gras und Blumen. Heute Abend werden wir auch wieder seit langer zeit ein Lagerfeuer machen können. Und uns vor allem die zeit nehmen dafür!

Die Lofoten, der Luchsfuß, haben mit ihren 80 Inseln ein sehr wechselhafte Wetter, wie mir ein Norweger beim Kaffee heute morgen versicherte. Es ist vollkommen normal, dass sich das Wetter innerhalb von 15 min wechselt und regen die Sonne ablöst. Das sollten wir auch noch ein paar mal so erleben heute.

Aber erstmal Resteverwertung fürs Frühstück. Gestern haben wir ja schon so ziemlich alles bis auf den Hafer aufgebraucht. Und weil Hafer mit Wasser zubereitet nicht so der Hit ist bin ich, während max in seinem Zelt einen Wald kleinholzte, noch schnell zum Kiosk um Schokolade zu organisieren. Wenigstens ein wenig süßes muss mit ran. Die Frau im Kiosk versicherte mir dann auch, dass der nächste Supermarkt auf der gegenüberliegenden Insel, auf der es in strömen regnete, in der Stadt „Melbu“ liegt. Als wir die Insel verließen, zogen gerade dicke Regenwolken auf. Auf der anderen Seite des Fjords aber wieder strahlende Sonne.
Mittlerweile haben wir ja gefallen am fahren auf dem Wasser gefunden. Also mit dem Schiff rüber und ordentlich eingekauft. Norwegen ist einfach echt wahnsinnig teuer und es ist erstaunlich, was so ein kleiner Einkauf kostet.

Aber mit frischen Vorräten und nach einer erneuten Überfahrt, diesmal nach Fiskebøl, zottelten wir los. Herrlicher Sonnenschein erwartete uns hier nun und brachte uns mal wieder ordentlich zum Schwitzen. Schon nach kurzer Zeit fanden wir einen genialen Platz am „Mortfjorden“. Weißer Sandstrand, genug Holz für ein Lagerfeuer und Wasser zum Angeln des Abendbrotes. Mittlerweile war es auch schon 17 Uhr. Die Fähre fährt nur alle 90min. Schnell also angeln startklar gemacht und los ging es.

4h später immer noch kein Fisch. Außer einem klitzekleinen Steinbeißer und einer Miniforelle hatte max keinen biss. Ich habe eh kein Glück beim Angeln, da erwarte ich schon gar nichts mehr. Aber wir haben ja die Taschen heute voll mit Lebensmitteln und allerlei frischem Gemüse.
Lagerfeuer machen wir auch ohne Fisch, das kennen wir ja schon. Es gibt halt Couscous aus dem Topf und Pilze aus der Aluminiumfolie. Und dazu sehen wir die Sonne im Fjord runter und wieder Rauf gehen. Wir sind noch ein ganzes Stück nördlich des Polarkreises. Noch wird es nachts nicht dunkel.

Aus Hamburg bekommen wir Mails mit Bildern von Wohnungen. Der gute Hans-Peter-Ingo sucht dort nach einer Wohnung für uns 3 und schaut sich eine nach der anderen an. Mal passt denen unser Beruf nicht, mal unsere Zusammenstellung. Und dann noch der Spaß, dass nun Vermieter die Courtage zahlen. Die Makler lassen sich einige Tricks einfallen dies zu umgehen. Aber nicht mit uns!
Wenn alles gut geht kommen Max und ich nach Hamburg zurück und wir haben direkt ein neues Heim. Ansonsten kaufen wir uns halt ein großes Zelt für uns 3 und bleiben hier. Es ist einfach wunderschön hier!

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