Europas Straßen – 23
Trocken durften wir heute die Zelte einpacken. Es war herrlich warm und entsprechend gut die Stimmung. Endlich konnten Schlafsack und Isomatte mal wieder richtig ausdampfen und die Regenjacke wurde gegen eine Sonnenbrille getauscht.
Ein entspannter Tag sollte es werden. Gestern Abend fuhren wir ein Stück auf der E4. Die großen Hauptstraßen in Schweden, die Europastraßen, sind hier oben im Norden zu großen Teilen auch für Fahrräder befahrbar. Nur die neu sanierten Strecken sind durch Schilder gekennzeichnet und weisen auf ein Fahrverbot für Fahrräder und Traktoren hin. Hier haben sie in der Mitte der Straße ein Drahtseil gespannt und irgendwie vergessen den Standstreifen zu bauen…
Oft bietet sich aber gar keine andere Möglichkeit als hier zu fahren. Die E4 ist perfekt ausgebaut. Toller Straßenbelag und oft auch ein sehr breiter Seitenstreifen. ungewöhnlich scheint ein Fahrradfahrer den Einwohnern hier auch nicht zu sein. Alle halten gebührenden Abstand. Manche Hupen schon in der ferne um auf sich aufmerksam zu machen. Lkws werden langsamer und schieben sich so weit wie möglich entfernt vorbei. Nur die Wohnmobil-Fraktion kann die Breite seiner Geschosse nicht einschätzen und kommt manchmal doch ein wenig zu nah.
Die Wetterinfos des Campingplatzbesitzers verkünden Sommer ab jetzt… das meinte jemand vor 2 Tagen auch schon mal und dann kam das Schietwedder von gestern. Es blieb aber den ganzen Tag lang sonnig und voller Motivation ging es ab auf die Europastraße und gen Norden. Immer entlang der beeindruckenden, zum Weltnaturerbe erklärten, „Höga Kusten“. Wir kamen wunderbar voran und freuten uns heute mal früher unser Lager zu errichten.
Aber es kam wie schon so oft. Abends eine große Stadt (Örnsköldsvik, welche unglaublich zusammengewürfelte Architektur und Sprungschanze direkt auf die Autobahn zu bieten hat) und nach der großen Stadt dann wieder stundenlang nur bebaute Gebiete. Tagsüber sehen wir immer die besten Stellen und abends suchen wir dann immer lang.
Fündig wurden wir auf dem Gelände eine beleuchteten Langlaufpiste. Man darf ja nicht vergessen, dass es hier ja im Winter nicht mehr wirklich hell wird und der Skandinavier beim Langlauf nicht aus Versehen von einem Elch überrannt werden möchte.
Hier ist mal wieder niemand. Aber eine Bank und ne nette Wiese. Ein See gewährleistet die Wasserversorgung und eventuell auch das Abendbrot. Der Sensor für die Beleuchtung scheint defekt. Es ist hell und trotzdem gehen die Flutlichter gerade an.
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Hallo Ihr beiden Radler; es ist immer schön von Euch zu hören: Endlich Sonne…. nicht nur im Herzen: Das freut mich so. Ich spüre Eure Leichtigkeit trotz der schmerzenden Knochen und sicher spürt Ihr Muskeln da, wo Ihr nie welche vermutet habt. Schön dass Ihr immer was positives seht. Behaltet Euch das laaaaange bei. Ich drück Euch. (Mama) Inke