Floß bauen – 60

Ein langer und anstrengender Tag neigt sich dem Ende. Es ist noch nicht ganz Mitternacht, trotzdem liegen schon alle in ihren Zelten. Nur Marie und ich grillen uns noch schnell den kurz vorher gefangenen Barsch.
7:30 ist nicht gerade unsere Zeit. Wenn nicht gerade die Sonne auf die Zelte schien, gab es für uns in den letzten zwei Monaten nur noch einmal einen Grund so früh aufzustehen. Da mussten wir in Hammerfest pünktlich die Fähre erreichen. Doch dieses mal mussten wir um 7:30 schon komplett fertig sein.
Um 6 Uhr hörte ich schon den ersten Wecker. Ein wirklich sehr ungewohntes aufwachen. Da muss man sich erst noch einmal umdrehen, um damit umgehen zu können. Kurze Zeit später ging es aber schon richtig los. Die ersten Isomatten wurden zusammengerollt und der Kocher weckte dann auch noch alle anderen auf dem Platz. Nach dem ersten Kaffee ging das Abbauen der Zelte schnell. Noch alles zu dem Bus schaffen und los ging es. 40 Kilometer flussaufwärts.
Am Bauplatz angekommen noch eine kurze Einweisung und schon begannen wir mit dem Bauen. Zuerst wurde der Haufen mit den Stämmen etwas sortiert. Es müssen drei verschiedene dicken sein. Das Floß wird nämlich in drei Lagen gebaut. Unten die  dicksten, dann mittlere, und die dünnsten und bequemsten nach oben. Außerdem mussten wir drei Sektionen à drei mal drei Meter bauen. Die wurden am Ende dann Zusammengebunden.
Da jede Sektion am Ende ca 2 tonnen wiegt, muss im Wasser gebaut werden. Das fertige Floß würde man niemals vom Land ins Wasser bekommen. Da war die Freude groß, das heute die Sonne schien und man ohne Zähne zusammen beißen ins Wasser konnte.
Nach der ersten Sektion gab es erst einmal Kaffee. Der war auch wichtig nach dem frühen Morgen.
Zum Mittag gab es noch kurz die Gelegenheit die letzten Einkäufe zu tätigen. Noch schnell die Süßigkeiten Vorräte aufgefüllt und Brot, Käse und Wurst für das Mittagessen besorgt.
Am frühen Abend stand das Floß dann. Nach dem Beladen und einer weiteren Einführung in die Tücken dieses Flusses konnte es losgehen. Schnell kam es in Bewegung. Fast zu schnell, denn die erste Brücke war schon in einer knappen Stunde erreicht. Dafür hätten wir eigentlich 3 brauchen sollen.
Ein kleines Stück weiter, fanden wir ein nettes Plätzchen zum Anlegen. Das geht am einfachsten mit dem Kanu und einem langen Seil. Schnell mit dem Kanu an Land fahren, das Seil um den ersten Baum wickeln und dann zieht sich das Floß langsam an Land.

 

Schreibe einen Kommentar