Nordkapp – 38

Angekommen! Nach 38 Tagen, 3506 Kilometern, 18 501 Höhenmetern und 982 Keksen haben wir es geschafft! Wir sind auf dem Dach Europas und blicken hinab auf das ruhige Meer.
Der Tag begann spät. Der Regen wollte nicht so recht aufhören, also drehten wir uns noch ein paar mal im Schlafsack um. Waren ja nur noch 70 Kilometer. Um 12 Uhr dann endlich eine Regenpause.

Die ersten Kilometer verliefen problemlos. Der von uns erwartete Regen blieb aus und der Wind blies uns nur leicht ins Gesicht. Schnell war die erste Hürde des Tages erreicht. Der Nordkapp Tunnel mit seinen 6870 Metern Länge hat es in sich. Die ersten 3 Kilometer rast man mit über 50Kmh die 212 Meter in die Tiefe. Es wurde eisig kalt so tief unter dem Meer. Der Anstieg auf der anderen Seite ging dann um einiges langsamer. Bei 9% Steigung und den Lungen voll mit den Abgasen der vorbeiziehenden Busse krochen wir wieder hoch. Schnell war klar, das es ein großer Fehler war, die Regen Bekleidung, die wir nur vorsorglich angezogen hatten, an zu lassen. Von außen trocken, dafür von innen Nass kamen wir aber irgendwann sicher oben an.

Bis nach Honingsvåg ging es dann wieder etwas einfacher weiter. Der Honingsvåg Tunnel war um einiges angenehmer. Dieser geht nur am Anfang ein kleines Stück bergauf, und dann nur noch leicht bergab. Angenehm bei dem Tunnel war auch, das er um einiges breiter ist und die Busse nicht ganz so nah an einem vorbei rauschen. Auch schien er besser belüftet.
Nach einer kurzen Besichtigung von Honingsvåg (Eine wirklich, wirklich hässliches Fischerstädchen mit einem riesigen Hafen für die Kreuzfahrtschiffe) musste der Proviant noch einmal aufgefüllt werden. Mit riesen Einkauf dann weiter die letzten 30 Kilometer bis zum Nordkapp. Die haben es in sich. Nach ein paar Kilometern geht es schon bergauf. Wieder die gemeine Steigung von 9%. Dieses mal zwar mit besserer Luft, dafür mit Kiloweise Haferflocken, Kaffe, Nudeln und Obst im Gepäck und bei Regen. Mit den bereits müden Beinen vom Tunnel, dauerte es eine Weile bis wir oben ankamen. Die Fahrradfahrer von dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 1“ konnten wir trotzdem kurz vor dem ersten Gipfel noch einholen.
Durch dicken Nebel ging es weiter bergauf und bergab, die letzten Kilometer zum Kapp. Irgendwann tauchte dann aus dem Nebel das Schild Nordkapp auf. Endlich geschafft. Erst mal schnell zum Globus. Der ist doch um einiges kleiner als wir ihn uns vorgestellt haben und umschwärmt von Menschen.

Im Museum, Kaffee und Souveniershop haben wir uns dann erst einmal aufgewärmt. Das richtige angucken von allem verschieben wir auf morgen. Wichtiger war es, die Aussicht zu genießen. Das funktionierte am besten, als dann alle Busse gegen 23:30 abgefahren waren. Mit Belohnungsbier und Zigarre, welche unser Freund Farzad und noch mit auf die Reise gab, konnte man dann die Stille genießen.

Noch ein längerer schnack mit einem Leipziger Fotografen, mit dem wir auch schon ein bisschen über unsere Weiterfahrt gesprochen haben, mussten wir erst mal was kochen. Um 3 Uhr morgens waren wir endlich die einzigen am Globus. Endlich konnten wir ungestört unsere Fotos machen. Ein Bild mit Fahrrädern und Zelt vor dem Globus musste sein. Da ein Zelt dann schon stand dachten wir uns, können wir ja auch noch das nächste daneben aufbauen und direkt vor dem Globus schlafen. Jetzt ist es schon 4 Uhr morgens. Mal sehen wann wir von den anderen Touris geweckt werden. Das wird wahrscheinlich eine kurze Nacht.

 

4 Comments on “Nordkapp – 38

  1. Toll, dass Ihr es geschafft habt. Das war eine stramme Leistung für Kopf und Waden. Herzlichen Glückwunsch! Zurück gen Süden gehts ja nur noch bergab, oder?

  2. Müde aber glücklich…..Ihr könnt so stolz auf euch sein…Jetzt einfach nur geniessen…..essen…..geniessen…..ankommen…..und geniessen. Ich drück euch……da müsst ihr jetzt beide durch.
    (Mama) Inke

Schreibe einen Kommentar