Begegnungen im Naturreservat – 04
Getreu dem Spruch: „Besser ein ordentlicher Regen, als ein stetes Tröpfeln. “ hat sich das Wetter in der letzten Nacht so richtig ausgetobt. Ein heftiger Wind und dicke Tropfen rissen so sehr am Zelt, dass ich beim allabendlichen um die Zelte gehen entschied noch je ein Abspannseil an jedem Zelt zu befestigen. Dafür war der morgen herrlich warm und die Zelte konnten trocknen während wir uns unsere Portion Haferschleim reinzogen…
Sachen gepackt und immer weiter auf dem E10 entlang der Küste Richtung Kopenhagen. Recht schnell konnten wir schon die Brücke von Kopenhagen nach Malmö am Horizont ausmachen und waren hoch motiviert heute wieder Großstadtluft zu schnuppern. Entlang der Route 9 der dänischen nationalen Fahrradwege, welcher im Großteil dem E10 folgt… oder umgekehrt… kamen wir in das Gebiet um Stevns herum. Hier haben sich vor einiges Jahren ein paar Muscheln und Tiere dazu entschlossen hier zu verenden und so eine Meterdicke Kalkschicht gebildet. Der Stevns Kristbrud liefert seit den 70ern für die Papierindustrie und den Bau den notwenigen Kalk. Rund um dieses Gebiet sind noch viele alte Abbaustellen, welche zwar tolle Infoschilder hatten, an denen es dafür aber mit Fahrradwegweisern mangelt. Wir sind des Öfteren in einer Sackgasse gelandet. Aber dafür war es wunderschön! Alles weiß und die Seen, welche sich am Grund gebildet haben hatten ein wunderbar leichtes blau.
København kam nun immer näher. 70 km – was für ein Blick… 60km – Schau mal ein Kalktagebau… 50 km – schnell mal ein wenig Luft nachtanken… 45 km – Max, Foto! … und jedes Mal gab es Kekse oder irgendetwas andere zu essen. Der Hunger ist noch immer das Top Thema bei uns. Dafür sind die Beine aber wesentlich leichter als noch am letzten Tag.
Die letzten 5 km nach Kopenhagen führten uns durch ein Naturreservat. Unfassbar gut ausgebaute Radwege, welche sich bei den lokalen Radfahrern großer Beliebtheit zu erfreuen scheinen. und man darf hier Mitten im nichts ein Feuerchen machen und sein Lager aufschlagen. Gelesen – getan. Wir begegneten einigen Rindern und auch ein paar Rehe schauten uns hinterher als würden sie sagen: „Ein bischen viel Gepäck Jungens oder? Aber gut das der Himmel klar ist, dann könnt Ihr die Solarzellen ausbreiten“ – doof nur, dass es Nachts dunkel ist
Biwagplatz auf der Karte gesucht. Kurz Wasserflaschen nachgefüllt und rein ins vergnügen bei fettem Gegenwind – und das am späten Abend. Auf dem Platz angekommen ( Top gepflegtes Grün. ein netter Unterschlupf und ein kleines Klohäuschen) lernten wir dann den Rob kennen.
Rob ist 54 Jahre alt, gebürtiger Amerikaner und seit „irgendwas um die 25 Jahren“ in Dänemark. Und er liebt und braucht Kaffee – Symatischer Kerl! Er ist in Kopenhagen als Straßenmusiker unterwegs und nimmt dich gerade eine kleine Auszeit vom Stress in der großen Stadt. Nicht einmal sein geliebtes Christiania konnte ihn mehr aufmuntern. Ein geiler, netter Typ, der ein wenig viel redete aber mit dem wir einen unterhaltsamen Abend hatten. Wir haben also unsere Schlafsäcke mit in dem Verschlag ausgebreitet, uns Nudeln sowie ein kleines Feuer gemacht und sind dann todmüde dort auch eingeschlafen.
Herrliche Nacht. Trocken und klar. 2 Besucher kamen nachts. Einer legte sich dazu, der andere ging weiter. Den, der sich dazu gelegt hat haben wir nie zu Gesicht bekommen. Er schlief noch nach unserem obligatorischen Haferschleim, welcher immer besser wird. Wir werden aber auch waghalsiger und kaufen nun schon Bananen!
„Abendrot – Gutwetterbot‘ – Morgenrot mit Regen droht.“ Die Sonne viel Feuerrot vom Himmel. Auf zu einem Touristreifzug durch Kopenhagen

